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“Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss.”

Auszug der Richtlinie 2006/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik

Link zur Richtlinie

Wie sauber sind eigentlich unsere Flüsse, Teiche und Bäche?

Kann man das Trinkwasser aus unseren Brunnen auch ohne Bedenken trinken?

Auf dem ersten Blick wirkt das Wasser häufig sauber und klar. Aber im Wasser tummeln sich manchmal Pestizide, Schadstoffe, die man mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann.
Gewässer in Europa sind heutzutage mit Arzneimitteln, hormonell wirksamen Stoffen, Industriechemikalien und Pestiziden belastet. Die Überwachung der Gewässerqualität ist von großer Bedeutung sowohl für Behörden als auch beispielsweise für Wasserwerke, die dieses Wasser zur Gewinnung von Trinkwasser nutzen.

On-line-Messmethoden zur analytischen Bestimmung von Wasserinhaltsstoffen in Abwässern sowie Fließgewässern setzen bislang die Verwendung nasschemischer Methoden voraus. Daraus ergeben sich eine aufwendige Probenaufbereitung, extensive chemische Präparationstechniken während des Analysevorganges sowie eine schwierige bis aufwendige Automationstechnik. Diese Techniken münden in kostspieligen und aufwendigen Systemen, die nicht selten Messstationen in Containergröße bedingen. In Anbetracht der Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG)  ist daher dringend geboten, on-line-Bio- und Chemo-sensoren bis zur Serienreife weiter zu entwickeln, um die nasschemischen Methoden zumindest sequentiell zu substituieren.

Im Rahmen des Vorhabens sollen im Sinne einer Produktentwicklung neuartige anorganisch-nichtmetallische, vorrangig glas- und keramikbasierte mikro- sowie nanostrukturierte Schlüsselkomponenten als Mehrlagenverbundsysteme für optische Filterschichten erzeugt und hinsichtlich ihrer optischen Eigenschaften charakterisiert werden. Diese optischen Filterschichten sind essentiell für die Entwicklung von u.a. Biochips, Bioassays, Lab-on-Chip-Produkte sowie Bio- und Chemosensoren mit hoher Nachweisempfindlichkeit sowie kompakter Baugröße unter Einbeziehung CMOS-integrierten Prozesstechniken. Im Besonderen zielen diese Produktentwicklungen auf die Optimierung optischer Biosensorsysteme als Multianalyt-Immunoassays zum schnellen, hochaufgelösten Nachweis organischer und anorganischer Abwassercharakteristika.

Das Modellprojekt sollte insbesondere gemeinsam mit ansässigen Starterfirmen, klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) der nano-/biotechnologischen Industriezweige den Wirtschaftsstandort Saarland stärken, indem die Entwicklung vermarktungsfähiger Teil- und Systemkomponenten jener neuartigen Nano-/Bio-Chips im Rahmen eines noch zu beantragenden mehrjährigen Folgeprojektes angestrebt wird. In Vorbereitung zu diesen Aktivitäten ist innerhalb dieses Vorhabens der Aufbau eines Saarländischen Netzwerkes, “Kompetenznetzwerk NanoBiosensorik”, geplant, das in einer EU-weiten Partnerkonstellation und einem EU-Projektantrag gegen Ende dieses Vorhabens münden soll.